Ratgeber
Wie viel Internetgeschwindigkeit brauchen Spiele?
Installierte Spiele, Cloud-Gaming und die Übertragung des eigenen Spiels haben unterschiedliche Netzwerkanforderungen.
Installiertes Onlinespiel, Cloud-Gaming, Spieldownload und die Übertragung deiner eigenen Partie beanspruchen die Verbindung unterschiedlich. Prüfe die Anforderungen des jeweiligen Spiels oder Dienstes für den verwendeten Modus. Ein allgemeiner Mindestwert in Mbps reicht dafür nicht. Schnelleres Herunterladen verbessert weder automatisch die Latenz zum Spielserver noch die Bildrate deines Geräts.
Vier Anwendungen unterscheiden
- Ein installiertes Mehrspielerspiel tauscht Spieldaten aus und kann Sprachchat nutzen. Maßgeblich sind die Anforderungen dieses Spiels. Eine Partie spielen und ein großes Update herunterladen sind unterschiedliche Aufgaben.
- Cloud-Gaming empfängt andernorts berechnetes Video und sendet deine Eingaben. GeForce NOW nennt für Windows-PCs beispielsweise 25 Mbps für 1920x1080 bei 60 FPS sowie weniger als 80 ms Latenz zum NVIDIA-Rechenzentrum. Das betrifft diesen Dienst und Modus, nicht alle Spiele oder eine allgemeine Qualitätsgarantie.
- Spiele und Updates lassen sich bei höherem tatsächlichem Durchsatz schneller übertragen. Downloadserver, Datenträger, Dateiprüfung und Installation können die Gesamtzeit begrenzen. Trenne die aktive Übertragung von der anschließenden Verarbeitung.
- Beim Übertragen deiner eigenen Partie sendest du Video und brauchst Uploadkapazität zusätzlich zu Spiel und Sprachchat. Prüfe die Vorgaben der Übertragungsplattform für deine gewählte Qualität. Ein Downloadwert für Cloud-Gaming ist keine Uploadanforderung für deine Sendung.
Große Downloads gesondert berechnen
Mbps bedeutet eine Million Bits pro Sekunde; MB bedeutet eine Million Bytes mit acht Bits je Byte. Eine dezimale 50-GB-Datei umfasst 50.000.000.000 Bytes oder 400.000 Megabits. Bei konstanten tatsächlichen 100 Mbps beträgt die ideale Übertragungszeit 4.000 Sekunden, also 66 Minuten 40 Sekunden; bei 500 Mbps sind es 800 Sekunden, also 13 Minuten 20 Sekunden. Diese Rechnung ist kein Zeitversprechen eines Tarifs. MiB und GiB sind andere Größeneinheiten. Warten, Entpacken, Prüfen und Installieren kommen zur reinen Übertragung hinzu.
Netzwerkwerte und Spielleistung getrennt betrachten
- Download- und Upload-Mbps beschreiben den Durchsatz. Latenz in Millisekunden beschreibt eine Zeit; FPS zählt Bilder pro Sekunde. Diese Werte ersetzen sich nicht gegenseitig.
- Notiere während des Problems den Ping des Spiels, seinen Verlauf und Paketverlust, soweit das Spiel diese Werte anzeigt. Ein Durchschnitt kann kurze Spitzen verbergen. Ein Testgrenzwert garantiert keine gute Verbindung zu jedem Spielserver.
- Niedrige lokale FPS oder Bildrateneinbrüche können Geräte- und Grafikprüfungen erfordern. Riot beschreibt etwa FPS-Probleme in League of Legends getrennt von Verbindungsproblemen. Beim Cloud-Gaming spielen außerdem Videostream, entfernter Server und Videoverarbeitung des Geräts eine Rolle.
- Eigene große Übertragungen können verfügbare Kapazität auslasten und Warteschlangen bilden. Prüfe beide Richtungen und tatsächliche gleichzeitige Aktivitäten statt nur die Zahl verbundener Geräte. Last allein beweist weder einen Defekt noch die Notwendigkeit eines größeren Tarifs.
Was zeigt VMAXCHECK?
VMAXCHECK verwendet M-Lab NDT über eine TCP-Verbindung zu einem Testserver. Das Ergebnis gilt für dieses Ziel, diese Methode, dieses Gerät und diesen Zeitpunkt. Es misst weder den UDP-Verkehr des Spiels noch FPS oder die Leistung aller Dienste. TCP-Latenz im Test ist nicht der Ping zum Spielserver; ein fehlender Wert bedeutet nicht null. Der Test erzeugt Verkehr: Führe ihn außerhalb des Spielens oder wichtiger Gespräche aus. Notiere Server und Verbindung. M-Lab veröffentlicht Ergebnisse und die verwendete öffentliche IP-Adresse.
Jeweils eine Bedingung vergleichen
- Pausiere kurz deinen eigenen Download oder Backupvorgang und teste dasselbe Spiel in einer geeigneten Testsitzung erneut, ohne parallelen Speedtest. Notiere Aktivität, Netzwerkwerte und FPS. Eine Verbesserung deutet auf einen Lastunterschied, nicht auf ein bestimmtes defektes Bauteil.
- Vergleiche WLAN und Ethernet mit demselben Gerät, Spiel und derselben Region zeitnah. Prüfe die aktive Verbindung sowie Port- und Adaptergrenzen. Ein Kabel zum Mesh-Knoten kann eine weitere Funkstrecke bestehen lassen. Eine Verbesserung grenzt die Prüfung ein, beweist aber keinen Routerdefekt.
- Vergleiche beim Cloud-Gaming eine niedrigere unterstützte Streamqualität. Bei lokalen FPS-Problemen teste eine dokumentierte Grafikänderung in deiner Testsitzung und stelle die frühere Einstellung bei Bedarf wieder her. Qualität kann Netzwerk- und Gerätelast zugleich verändern und beweist allein keine Ursache.
- Vergleiche eine andere Zeit, ein geeignetes Gerät oder einen anderen Dienst jeweils getrennt und prüfe den offiziellen Dienststatus. Ein Regionswechsel kann Server, Route und Warteschlange ändern; er trennt Server- und Verbindungsfehler nicht sicher. Sichere den Vergleich vor der nächsten Änderung.
Tarif und Unterstützung anhand der Ergebnisse wählen
Mehr Kapazität kann helfen, wenn tatsächliche parallele Aktivitäten eine sonst funktionierende Verbindung wiederholt auslasten oder große Übertragungen mehr Durchsatz brauchen. Ausreichende Werte machen einen teureren Tarif nicht automatisch sinnvoll. Gib dem Support Spiel oder Dienst, Modus, Region, Gerät, Zeit, Last und Vergleichsergebnisse privat, ohne Passwörter oder Kontotokens. Einzelne Spiel- oder FPS-Probleme gehören zum passenden Support; wiederkehrende Probleme mehrerer Dienste auch zum Anbieter. DNS-Wechsel, Portfreigaben, abgeschalteter Schutz und Gerätekäufe sind keine allgemeinen Gaming-Lösungen.